Imagefilm über das ThürAZ: Doppelklick auf das Foto

Aufgabe

Das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk” (ThürAZ) wurde 1991 zunächst unter dem Namen Matthias-Domaschk-Archiv Jena gegründet. Träger war und ist der Verein Künstler für Andere e.V., der aus der gleichnamigen Jenaer Gruppe der DDR-Opposition hervorgegangen ist. Die Gründung des Archivs stand in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der breiten gesellschaftlichen Debatte um die Funktion und Wirkung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Es diente zunächst der Aufbewahrung der Materialien der Repression in der SED-Diktatur, so etwa von Kopien der Akten des MfS.

Spätestens ab Mitte der 90er Jahre erfolgte ein Funktionswandel in der Arbeit des Archivs. Im Mittelpunkt der Sammlungstätigkeit des ThürAZ stehen seitdem die Überlieferungen der Opposition und des Widerstandes selbst. Dabei handelt es sich in der Regel um Egodokumente (s.a. Bestandsprofil).

Öffnungszeiten

Dienstag 9-15 Uhr 

Donnerstag 9-18 Uhr

sowie nach Vereinbarung

 

Telefonische Erreichbarkeit:

Mo, Di, Mi, Fr 9-15 Uhr

Do 9-18 Uhr

Aktuelles

Gedenken zum 45. Todestag von Matthias Domaschk

Anlässlich des 45. Todestages von Matthias Domaschk luden der Pfarrsprengel Innenstadt der Evangelischen Kirchgemeinde Jena, die Junge Gemeinde Stadtmitte sowie das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ am Wochenende zu mehreren Veranstaltungen in Jena ein.

Den Auftakt bildete am Freitag eine Gedenkveranstaltung in der Friedenskirche. Angelika Jordan-Schön, Frank Rub und Matthias „Fritz“ Büchner erinnerten als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an Matthias Domaschk und weitere Personen aus unangepassten Milieus Jenas in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Musikalisch begleiteten den Abend die Jenaer Stadtmusikanten sowie Gotthard Lemke, der Lieder von Wolf Biermann auf der Gitarre vortrug.

Am Samstag luden Konstantin Behrends und die Junge Gemeinde Stadtmitte zu einem Gesprächsabend ein, der sich mit persönlichen und politischen Folgen von Verlust und Gewalt in sozialen Bewegungen auseinandersetzte. Es berichteten Wegbegleiter von Conny Wessmann, die 1989 nach einer Antifa-Aktion in Göttingen von der Polizei gehetzt wurde, bis sie von einem Auto tödlich überfahren wurde, und von Silvio Meier, der 1992 in Berlin-Friedrichshain von einem Neonazi erstochen wurde.

Am Sonntag legten Freund:innen und Wegbegleiter:innen auf dem Nordfriedhof Blumen am Ehrengrab für Matthias Domaschk im Urnenhain nieder. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem Fernsehteam. Am 9. November soll die aktuell entstehende Dokumentation über Matthias Domaschk im ARD-Fernsehen ausgestrahlt werden.

Insgesamt nahmen über 100 Menschen an den Gedenkveranstaltungen teil. Besonders gefreut haben wir uns, dass Matthias` Schwester, seine Tochter und seine Freund:innen über das Wochenende zum gemeinsamen Gedenken und Austausch nach Jena gekommen sind.

Zum Abschluss der Gedenkveranstaltungen laden wir alle Interessierten herzlich für Samstag, den 18. April ins Thüringer Archiv für Zeitgeschichte ein. Um 18 Uhr stellt der Lehrer und Autor Tino Strempel hier seinen Roman „Matz aus Jena – Drei Tage und ein Leben“ vor. Einen muskalischen Beitrag leistet Jan Trzepalkowski.

18. April, 18 Uhr: Buchvorstellung "Matz aus Jena - Drei Tage und ein Leben" mit Autor Tino Strempel

Am 12. April 1981 starb der 23jährige Jenaer Matthias Domaschk in der Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera. Die Umstände sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Zu seinem 40. Todestag schrieb der aus Jena stammende Autor Tino Strempel 2021 mit "Matz aus Jena - Drei Tage und ein Leben" einen Roman, mit dem er dem Verstorbenen ein Denkmal setzt.

Am Samstag, den 18. April stellt der Geschichts- und Deutschlehrer Tino Strempel seinen Roman um 18 Uhr im ThürAZ vor. 

Wir laden herzlich zur Buchvorstellung ein! Der Eintritt ist frei. 

Besuch im ThürAZ: Austausch mit Staatssekretär Prof. Dr. Steffen Teichert

Am 13. Januar durften wir den Thüringer Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Steffen Teichert, im ThürAZ begrüßen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden Anja Mau und Dr. Bertram Triebel nahm er sich Zeit, unser Archiv kennenzulernen und mit dem ehrenamtlichen Vorstand sowie unserem Team ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt standen unsere aktuellen Schwerpunkte und Zukunftsprojekte – insbesondere die Projekte DENKOrte und Kollektive Fuge, die wir mit Unterstützung des Landes realisieren möchten.

Der persönliche Austausch war uns besonders wichtig: Er schafft Verständnis für unsere Arbeit, stärkt gemeinsame Ziele und eröffnet Perspektiven für eine weiterhin verlässliche Förderung.

Wir danken für den Besuch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Sponsoren und Förderer